Jochen Höller

Jochen Hoeller Kuenstler

Texte sind meine Grundlage, Bücher sind mein Material - ihre Inhalte schaffen eine Vorstellung von der Welt - aber ein veränderter Blick darauf lässt sie uns anders verstehen - die Welt ist eine Reihe relativer Wahrheiten Wahrheiten, sozusagen - oder ist sie nie so, wie sie uns erscheint?

– Jochen Höller
Herkunft1977 in Amstetten, Niederösterreich

Jochen Höller ist ein Künstler der Worte. Hinter jedem seiner Kunstwerke steht eine Geschichte. Die Themen Wissen und Glauben sind allgegenwärtig und werden sorgfältig abgewogen. Worte werden aus ihrem Kontext heraus entfernt, gesammelt und neu platziert. So formen die Schriften von Philosophen ihre eignen Abbilder, Galaxien erleuchten durch akribisch als Sternenformationen platzierte Buchstaben und die liebenden Marilyn Monroe und Arthur Miller werden wortwörtlich im Texte verwoben.

Der in Wien lebende Kunstschaffende fokussierte sich nach dem Studium der Bildhauerei an der Kunstuniversität Linz ganz auf die Arbeit mit Papier, welche der Methode eines Selbst-Ordnungssystems unterliegt. Der Künstler spielt mit herkömmlichen Vorstellungen von Ordnung und von Informationstransfer.

Im Regelfall scannt er Bücher Seite um Seite auf der Suche nach Reizwörtern. Höller sagt: „Ich lese die Texte dann nicht, sondern ich suche sie ab.“ Hat er das gesuchte Wort gefunden, extrahiert er es mit dem Stanley-Messer. Das Resultat sind an Lochstreifen anmutende Bücher mit entferntem Inhalt und Wissen. Und natürlich tausende von Zettelchen, die Höller durch die Extraktion gewonnen hat. Aus beiden entstehen Kunstwerke. Die leeren Bücher werden zu Skulpturen, die in einer „Knowledge Cloud“ das angeeignete Wissen symboliserien. Die Buchstaben und Worte selbst klebt er, häufig auf einem monochromen Bildhintergrund, zu gedankenanregenden Motiven (Philosophen-Serie) oder Häufchen die Weltanschauungen einander gegenüberstellen (Wissen : Glauben-Serie). Neben seinen stilistisch erkennbaren Schwarz-Weiß-Werken taucht er auch in die farbenfrohere Welt der Hochglanzmagazine (Facewash) und stellt die Rolle von Betrachter und „Star“ auf den Kopf.

Durch Jochen Höller‘s Auseinandersetzung mit den Themen Gesellschaft, Technik, Religion und Kultur wurde er zu einem der einflussreichsten österreichischen Künstlern. 2011 gewann er den Walter Koschatzky Wettbewerb, 2016 den Strabag Art-Award, 2018 den Werte-Award der Strabag SE und den 1. Preis des Bibelwerk-Austria. Höller hat seine Werke auf über 40 nationalen und internationalen Ausstellungen und Kunstmessen präsentiert.

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